Die Geburt der Slashfiktion aus dem Geist des Star Trek-Universums
摘要
Ziel dieses Textes ist es, am Beispiel von Star Trek die literarische und medienpolitische Relevanz von Fanfiktion zu untermauern und dafür die in diesem Rahmen entstehende alternative Historisierung durch kreative Fans, die ihre eigenen Narrative in die Leerstellen und Lücken des Kanons futuristischer und fantastischer Universen einschreiben und damit den Kanon späterer Iterationen der lizensierten Produkte beeinflussen, zu erforschen. Slashfiktion in all ihren Spielarten erlaubt es, Inhalte und Quellenmaterial der offiziellen Medien zu reimaginieren, in diesem Zusammenhang Identitäts- und Sexualitätspolitiken in einem Umfeld zu betreiben, das aufgrund der Gleichgesinntheit der meisten, häufig nicht nur virtuellen Szenegänger*innen auch einen Schutzraum darstellt, indem die (Neu-)Verhandlung von biologischen Geschlecht, Geschlechtsidentität und Begehren – nicht unbedingt in cis/heteronormativer Übereinstimmung miteinander – tatsächlich möglich ist. Der Einfluss, den die Aneignung der Inhalte der offiziellen Texte des Franchise durch Fans hatte, ist unübersehbar: Queere Charaktere und queere Beziehungen sind in den neueren Iterationen des Star Trek-Franchise geradezu omnipräsent und greifen deutlich und positiv sichtbar die Traditionen kritischer, anti-heteronormativer Slashfiktion auf.