Losing Control
摘要
Angesichts rasanter aktueller Entwicklungen im Bereich autonomer Computersysteme scheint die dystopische Darstellung der künstlichen Intelligenz Control in der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery auf den ersten Blick vor allem zeitgenössische Befürchtungen zu Informationstechnologien und Technikfolgenabschätzung zu reflektieren. Der vorliegende Beitrag untersucht, inwiefern die abschreckende Darstellung künstlicher Intelligenzen jedoch auf eine lange Tradition der Angst zurückgreift, die bereits im Ursprung des Genres angelegt ist. Anhand salienter Werke seit Mary Shelleys epochaler Erzählung Frankenstein (1818) werden wiederkehrende narrative Konstellationen im Umgang mit künstlichen Intelligenzen verschiedener Gestalt beleuchtet und eine knappe Geschichte des ambivalenten menschlichen Verhältnisses zu intelligenten Maschinen im Science Fiction-Genre skizziert. Dabei erweist sich das Motiv der traumatischen Erfahrung des Kontrollverlusts als zentral. Abschließend analysiert der Artikel die Darstellung künstlicher Intelligenz in der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery und ordnet sie in die narrativen Konventionen des Genres als auch des komplexen Star Trek-Franchises ein.