Kunst oder Aktivismus? Eine explorative Studie zur Anerkennung künstlerischer Protestaktionen als Kunst durch das Publikum
摘要
In diesem Beitrag untersuchen wir die Fragen, ob 1) eine künstlerische Protestaktion durch das Publikum als Kunst anerkannt wird und 2) mit welchen Faktoren dies zusammenhängt. In einer explorativen Sekundäranalyse mit Daten aus einer Experimentalstudie können wir zeigen, dass Versuchspersonen eine künstlerisch-performative Protestaktion (n = 600) stärker als Kunst anerkennen als eine nicht-künstlerische Protestaktion (n = 603). Grundsätzlich zeigt sich also im Vergleich eine Tendenz, dass Versuchspersonen einer kunstaktivistischen Praxis künstlerischen Wert beimessen. Diese relative Tendenz ist allerdings nur schwach ausgeprägt und eine Mehrheit der Versuchspersonen erkennt die kunstaktivistische eher nicht als künstlerische Praxis ein. Als zentraler Faktor, der positiv mit einer Anerkennung der künstlerischen Protestaktion als Kunst zusammenhängt, zeigt sich die Einstellung gegenüber der Sache, für welche die Protestaktion eintritt. Auch die Überzeugung, dass die Kunst eine politisch-interventionistische Funktion hat, beeinflusst die Anerkennung positiv. Ein eher stilistisch-emotionaler Zugang zur Kunst, das Kunstinteresse, das politische Interesse und demografische Faktoren haben keinen oder nur geringen Einfluss.