Die Veränderung der Interdependenzen von Kunst und Gesellschaft aus der Perspektive deutschsprachiger Kunstvereine
摘要
Der Artikel untersucht die sich historisch verändernden Verschränkungen zwischen Kunst und anderen gesellschaftlichen Bereichen am Beispiel deutschsprachiger Kunstvereine. Es wird argumentiert, dass diese Veränderungen weniger eine Entgrenzung der Kunst anzeigen, sondern vielmehr eine sich verändernde Inanspruchnahme zwischen Kunst, Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Logiken. Anhand historischer Analysen von Kunstvereinen werden drei Phasen identifiziert: In der Gründungsphase agieren Kunstvereine als Vermittler zwischen Wirtschaft und Kunst, während sie sich in der zweiten Phase vollständig dem autonom gewordenen Kunstsystem widmen. In der dritten Phase erweitern Kunstvereine ihre Rolle, um gesellschaftliche Kreativität und innovative Problemlösungskompetenz zu fördern. Diese Veränderungen in der Selbstbeschreibung der Kunstvereine spiegeln eine veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung der Rolle von Kunst, von einer rein autonomen Schutzfunktion hin zu einem aktiven Gestaltungsfaktor in gesellschaftlichen Prozessen.