Unabsichtliche Kognitionen in Lehr- und Forschungspausen? – Von nicht-intentionalen Verarbeitungsprozessen im Hochschulkontext
摘要
Der ständige Wechsel von Forschungs- und Lehrtätigkeiten bestimmt den beruflichen Alltag wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Selten kann eine Aufgabe in einer einzigen Arbeitsphase vollendet werden. Ständig zwingen uns äußere Umstände dazu, kognitive Verarbeitungsprozesse einer gerade ausgeübten Tätigkeit zu unterbrechen. Doch geht diese Unterbrechung der Tätigkeit zwingend mit einem Abbruch der kognitiven Beschäftigung einher? In der Regel gehen wir davon aus, dass kognitive Prozesse intentional passieren. Dies gilt jedoch nicht exklusiv, kognitive Aktivierungsausbreitung passiert auch unabsichtlich. Es stellt sich die Frage, inwieweit beim Ausüben von Lehrtätigkeiten nicht-intentional über Forschung nachgedacht wird sowie bei forschenden Tätigkeiten nicht-intentionale lehrbezogene Gedanken auftreten. Zur Beantwortung dieser Frage wird in diesem Artikel eine empirische Forschungsarbeit herangezogen, die nicht-intentionale Prozesse im Studienalltag untersucht. Aus den Ergebnissen wird abgeleitet, wie Forschende und Lehrende nicht-intentionale kognitive Verarbeitungsprozesse anregen können und alltägliche Unterbrechungen als Ressource für unabsichtliche kognitive Nebeneffekte genutzt werden.