Ausgehend von Foucaults Diskursbegriff werden relevante bildungspolitische Dokumente der deutschen Digitalisierungsdebatte aus den Jahren 2016–2022 als normierender Rahmen für die Wahrnehmung und Behandlung eines bestimmten Bereichs der gesellschaftlichen Wirklichkeit interpretiert. Der Fokus liegt dabei auf drei wesentlichen Themenkomplexen, dem digital gestützten Lernen, der Rolle und Aufgaben der Lehrperson und der Schulentwicklung. Als Schlüsselbegriff erweist sich dabei „digitale Welt“, mit dem, so die Deutung, a priori ein totalisierender Rahmen geschaffen wird, unter dessen Voraussetzung eine beschleunigte und umfassende Digitalisierung des Bildungssystems als notwendig gerechtfertigt werden soll, ohne dass dies ausreichend begründet würde. Die Analyse wird abschließend in einen größeren bildungspolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungskontext eingebettet.

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Lehren und Lernen in der „digitalen Welt“ – eine Analyse des bildungspolitischen Diskurses zur Digitalisierung

  • Karl-Heinz Dammer

摘要

Ausgehend von Foucaults Diskursbegriff werden relevante bildungspolitische Dokumente der deutschen Digitalisierungsdebatte aus den Jahren 2016–2022 als normierender Rahmen für die Wahrnehmung und Behandlung eines bestimmten Bereichs der gesellschaftlichen Wirklichkeit interpretiert. Der Fokus liegt dabei auf drei wesentlichen Themenkomplexen, dem digital gestützten Lernen, der Rolle und Aufgaben der Lehrperson und der Schulentwicklung. Als Schlüsselbegriff erweist sich dabei „digitale Welt“, mit dem, so die Deutung, a priori ein totalisierender Rahmen geschaffen wird, unter dessen Voraussetzung eine beschleunigte und umfassende Digitalisierung des Bildungssystems als notwendig gerechtfertigt werden soll, ohne dass dies ausreichend begründet würde. Die Analyse wird abschließend in einen größeren bildungspolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungskontext eingebettet.