Rechtsprechung und juristische Diskurse zu sexueller Belästigung an Hochschulen
摘要
Es war ein langer Weg mit vielen feministischen Kämpfen, bis sexuelle Belästigung überhaupt als Rechtsproblem anerkannt wurde. Doch die inzwischen geltenden Gesetze zeigen im Hochschulkontext wenig Wirkung. Die rechtlichen Regelungen sind für das Arbeitsleben konzipiert und können Studierende daher nicht hinreichend schützen. Auch wirken Gerichte und Rechtsdiskurs überfordert – manche sprechen immer noch von Erotik und Flirt oder Moralpolitiken statt von Machtmissbrauch. Das Ansehen der Institution scheint allemal wichtiger als das Recht auf Studium, Arbeit oder Teilhabe an der Wissensproduktion ohne Geschlechtsdiskriminierung. Recht und Rechtsprechung müssen sich ändern, um Abhängigkeitsverhältnisse und Strukturen an Hochschulen, welche Machtmissbrauch begünstigen, zu adressieren und den notwendigen institutionellen Wandel zu unterstützen.