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Vom Ausnahmezustand zum ‚Cold Turkey‘ Der Entzug staatlicher Einschränkungen der Grundrechte als mentaler Schock einer verunsicherten Gesellschaft

  • Peter Zimmermann

摘要

Der Beitrag fokussiert die Krisenberichterstattung um die Corona-Krise und die bewusste Inszenierung von gesundheitlichen Katastrophen. Durch ihre Konzentration auf die Brennpunkte des Geschehens jagten die Medien der Bevölkerung Angst und Schrecken ein. Das änderte sich auch nicht im Verlauf der Corona-Pandemie, besonders seitens der audiovisuellen Medien wurde im Namen der Gesundheitsfürsorge die grundlegende Aussetzung der Freiheitsrechte gegen berechtigte Kritik verteidigt. Die einseitige Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erstreckte sich auch auf die später einsetzende Debatte um die Corona-Impfungen. Auch hier wurden Kritiker und Kritikerinnen diffamiert und mit der extremistischen Rechtspolitik der Alternative für Deutschland (AfD) assoziiert. Der Ausnahmezustand war so stark politische Realität geworden, dass einzelne Länder mit dessen Aufhebung haderten. Hier ist vor allem die Verunsicherung einer älteren, einst politisch linken Generation zu beobachten, die sich durch das Virus besonders bedroht fühlte und sich an die Restriktionen des Staates klammerte: ‚Cold Turkey‘ für diejenigen, die den Schritt in die Freiheit nicht mehr wagen wollten. Aber auch ‚Cold Turkey‘ für eine Regierung, die sich an das bequeme Regieren per Notstand gewöhnt hatte und dessen Bevölkerung willig bereit ist, auf ihre demokratischen Rechte bei kleinster Gefährdung zu verzichten.