Corona überleben: Die Figur der:s Überlebende:n als Trägerin von Hoffnung und Angst in den Politiken einer Krise im Werden
摘要
Der Beitrag verfolgt die Figur des:r Corona-Überlebenden über diverse Medienformate und den Verlauf der Corona-Pandemie von März 2020 bis August 2021 hinweg. Es wird nachvollzogen wie Bedeutung und Wissen über das Coronavirus SARS-CoV-2 und die Infektionskrankheit COVID-19 in und mit Erzählungen hergestellt und verhandelt wird. Anhand von drei konkreten Inszenierungen prominenter und bürgerlicher Personen wird gezeigt, wie die Figur des:r Überlebenden als divergierende Trägerin von Hoffnung und Angst funktioniert und sich in weiteren Erzählungen von COVID-19-Erkrankten zu einem im Werden begriffenen Narrativ verflicht: der Corona-Krise als Überlebensgeschichte. Dieses Narrativ wird mit dem feministischen Ansatz von Donna J. Haraway als Ergebnis performativer Praktiken der Wissens- und Bedeutungsgenerierung verstanden, die sich über die Ebene verbaler Äußerungen und medialer Visualisierungen und Affizierungen hinaus in konkreten Handlungen materialisieren. Der Beitrag arbeitet die den ausgewählten Inszenierungen unterliegenden Praktiken der Aushandlung von Wissen und Bedeutung zu COVID-19 heraus und beschreibt deren öffentlich -wirksames Moment als Teil der Politiken des Wissens der Corona-Krise. Als materiell-semiotischer Knoten funktioniert die Figur des:r Corona-Überlebenden hierbei als eine Krisenfigur, deren oszillierender Status zwischen Angst und Hoffnung zum Brennpunkt politischer Aushandlungen um COVID-19 wird.