„Hier ist das erste deutsche Fernsehen“ … Visuelles Kommunikationsmanagement des Corona-Virus in der Tagesschau im Vergleich Frühjahr und Spätherbst 2020
摘要
Das Corona-Virus prägte spätestens ab März 2020 nicht nur unser aller Sozial- und Arbeitsumfeld, es erhielt aufgrund seiner allgemeinen Relevanz und Brisanz auch enorme mediale Aufmerksamkeit. Die Medien profitierten als Vermittler von Bildern und Informationen zum Virus enorm vom Informationsdurst und der Angst der Bevölkerung. Die Quoten belegten, dass hierbei insbesondere öffentlich-rechtliche Sender als wichtige Informations-, Selektions- und Orientierungsquellen von den Rezipient:innen genutzt wurden. Dieser Beitrag untersucht auf Basis einer empirischen Erhebung, wie das TV-Format Tagesschau das Corona-Virus als Diskursfeld übermittelt hat. Forschungsleitende Fragen sind hierbei: Wie wurde das Virus visualisiert und dargestellt? Welche Schwerpunkte setzte die Nachrichtenredaktion und -produktion in ihrer (visuellen) Darstellung? Wie wurden relevante wissenschaftliche und politische Akteur:innen portraitiert (und warum?). Kann man eventuell von einem visuellen Kommunikationsmanagement ausgehen? Diesen Fragestellungen wird in zwei Zeiträumen vergleichend nachgegangen: Wie wird das Virus in der Tagesschau in der ersten Corona-Phase bis zum Peak (1. März 2020 bis 1. Juni 2020) im Vergleich zum zweiten Peak (1. Oktober 2020 bis 31. Dezember 2020) übermittelt? Die Ergebnisse werden in die bisherige Forschungslage zur Corona-Kommunikation und visuellen Kommunikation eingeordnet und der Beitrag endet mit einem Ausblick auf potenzielle weitere Forschungsfelder.