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Journalistische Berichterstattung über Gewalt

  • Matei Chihaia

摘要

So beginnt eine Reportage mit dem Titel Wer bloggt, dem droht der Tod, die Claas Relotius im November 2011 im Spiegel veröffentlicht – der erste einer langen Reihe höchst erfolgreicher Artikel dieser Art. Im Dezember 2018 offenbarte die Zeitschrift dann, dass der junge, vielfach mit Preisen ausgezeichnete Reporter nicht nur Details, sondern auch Gespräche und Figuren erfunden hat. Liest man aus dieser Rückschau die beiden Absätze noch einmal, fällt auf, wie wenig überprüfbar die darin enthaltenen Informationen sind. Die Figur des Zeugen, der wörtlich zitiert wird, ist nicht nur namens- und alterslos und verbirgt sich hinter einem schützenden Pseudonym; die Drohungen, die er per Mail erhält, sind selbstverständlich auch anonym, man erfährt Tarnnamen wie Bosque – wörtlich „Wald“ – und Zacateca – in Anlehnung an den Namen eines mexikanischen Bundesstaats. Aus diesem Nebel ragen reale und imaginäre Gewalttaten heraus: der Mord an vier Bloggern und die grausamen Todesarten, die dem Zeugen versprochen werden. Kriminelle und verbale Gewalt steht im Mittelpunkt dieser Reportage, gegen die sich der Reporter Relotius in einem Akt der Solidarität mit den ebenfalls über Mexiko Bericht erstattenden Bloggern verbündet.