Das Zeitalter innovativer Geschäftsmodelle – ein Überblick
摘要
Die Entstehung innovativer Geschäftsmodelle im Zuge der zunehmenden Vernetzung und Automatisierung der Realwirtschaft führt nicht nur zur Frage der Notwendigkeit einer Erweiterung gebräuchlicher Innovationsbegriffe und -systematisierungen, sondern auch zu einer intensiven Beschäftigung mit den charakteristischen Merkmalen und gängigen Erscheinungsformen sog. „Nutzungsdatenbasierter Geschäftsmodelle“. Derartige Vertragskonstellationen, die üblicherweise keinen Kauf von Produkten bzw. Dienstleistungen vorsehen, sondern in vielen Fällen leasingähnliche Merkmale aufweisen und an konzeptionell ganz unterschiedlichen Bezugsgrößen anknüpfen können, implizieren zwangsläufig ein höheres Maß an nachfrageseitiger Variabilität für die beteiligten Parteien, implizieren in der Konsequenz zugleich aber auch neue, komplexe Risikoprofile. Vor dem Hintergrund dieser deutlich veränderten Risikosituation ist es deshalb auch erstaunlich, dass in der einschlägigen Literatur der Fokus ganz überwiegend auf den technischen bzw. den produktionstheoretischen Faktoren dieser Geschäftsmodellinnovationen liegt, wohingegen finanzwirtschaftliche und bankenorientierte Aspekte fast gar nicht behandelt werden. Das vorliegende Kapitel greift diese Forschungslücke auf, charakterisiert nutzungsorientierte Geschäftsmodelle als eigene Klasse von Investitionsobjekten und ebnet den Weg für eine Auseinandersetzung mit der Finanzierungsfunktion im Kontext von „Pay-per-X“-Verträgen.