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Einleitung

  • Kathrin Schlenker

摘要

Die vorliegende Arbeit verfolgt eine soziologisch-leibphänomenologische Verortung architektursoziologischer Forschung. Anhand komparativer Forschung in zwei Bibliotheken wird exemplarisch aufgezeigt, wie eine leibphänomenologisch positionierte Architektursoziologie in Theorie und Empirie zum Ausdruck kommen kann; wie leibphänomenologisch-soziologische Methoden angewendet werden können, für welche Fragestellungen sie sich eignen und welche inhaltlichen Erkenntnisräume, im Sinne körperleiblicher Prozesse des Verstehens, sich dadurch eröffnen. Ziel der leibphänomenologisch-soziologischen Studie ist es, die vermeintlich schweigsame Dimension in der Beziehung von Mensch und Architektur methodisch aufzubrechen; die körperleiblichen, sinnlichen und halbdinglichen Beziehungselemente durch verbales und visuelles Material zum ‚Sprechen‘ zu bringen und auf diese Weise eine kultursoziologische Analyse von körperleiblichen Architekturerfahrungen in der Stadtbibliothek am Mailänder Platz in Stuttgart und der Old Library des Trinity College Dublin zu ermöglichen. Ausgehend von den inhaltlichen Ergebnissen der empirischen Studie schließt die Arbeit mit einem perspektivischen Vorschlag, wie sich die Erscheinungsweise von Architektur (begrifflich) fassen, verstehen und (zukünftig) denken lässt. Die entwickelte Blickrichtung eröffnet einen Möglichkeitsraum, Architektur als transitives, flüchtiges und ephemeres Kommunikationsmedium zu verstehen und den vielfältigen Wahrnehmungsformen leiblicher Kommunikation in der Beziehung von Mensch und Architektur möglichst gerecht zu werden.