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Passepartout der gespannten Rahmen

  • Nils Schrewe

摘要

Welche Denk,- Wahrnehmungs- und Handlungsweisen prägen den Modus Operandi von Menschen, die sich als professionelle Trader am Finanzmarkt engagieren? Diese Frage diente als übergreifende Leitlinie der Studie und bildete sowohl die Grundlage für die Analyse spezifischer Verhaltensmuster innerhalb der professionellen Tradingpraxis als auch für die Konzeption einer Bildungstheorie der Habitussondierung. Kapitel 6 stellt ein Passepartout der aufgespannten Rahmen dar. Anstelle eines Fazits wird die Metapher des Passepartous gebraucht, um ausgewählte Aspekte der Arbeit abschließend zu beleuchten und das reflexive Verhältnis zwischen Theorie und Empirie in den Vordergrund zu stellen. Laut Dennis Wolff (2017, S. 331) kann anhand eines Passepartouts eine Umrahmung geschaffen werden, die einerseits den Fokus auf die Quintessenzen richtet, ohne von den methodologischen und theoretischen Rahmungen abzulenken. Andererseits wird mit dieser Metapher der Blick zusätzlich auf die Umrahmung gerichtet, deren Abmessungen die der Arbeit übertreffen. Um die Liminalität des Passepartouts abzustecken, bewegt sich das letzte Kapitel dieser Arbeit von innen nach außen und damit graduell über die Abmessungen des gerahmten Werks hinweg. Im letzten Kapitel wird somit zunächst noch einmal der finanzwissenschaftliche Rahmen aufgespannt und hinsichtlich seines Menschenbildes besprochen, bevor Schritt für Schritt die anderen Teile hinzugefügt werden. Das Menschenbild bildet in diesem Sinne den ersten Bezugsrahmen, aus dem heraus die anderen Rahmen besprochen werden, wodurch es zum Ausgangspunkt einer abschließenden, tiefgreifenden und reflexiv gelagerten Relationierung der theoretischen und empirischen Ergebnisse dieser Arbeit avanciert. Die abschließende Reflexion wird auf diese Weise sukzessive erweitert, was dazu führt, dass am Ende des Kapitels insbesondere die bildungsphilosophischen Implikationen dieser Arbeit noch einmal in den Vordergrund gestellt werden. Hierbei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Differenzierung zwischen der Theorielandschaft der transformativen Bildungsforschung und dem Konzept der Habitussondierung. Die Habitussondierung ist eine reflexiv-rekursive Bildungstheorie, die einerseits anhand der empirischen Daten dieser Arbeit entwickelt wurde, andererseits aber auch eng mit den theoretischen Überlegungen Eribons, Bourdieus oder Dörpinghaus korrespondiert. Im Gegensatz zu einer vollständigen Transformation des Habitus, handelt es sich bei der Habitussondierung um einen Prozess der kritischen Reflexion und partiellen Anpassung. Trader analysieren und justieren ihre bestehenden Wahrnehmungen und Dispositionen, um flexibel auf Marktveränderungen reagieren zu können, ohne ihre grundlegenden Identitäts- und Handlungsmuster vollständig zu verändern oder abzulegen.