Überführung des finanzwissenschaftlichen Rahmens in den pädagogischen Rahmen
摘要
In diesem Kapitel wird der finanzwissenschaftlichen Rahmen in den bildungswissenschaftlichen Rahmen überführt, wobei der Fokus auf einer habitzentrierten Perspektive liegt. Im Mittelpunkt der Analyse stehen insbesondere die Arbeiten von Kenneth Arrow, John Dewey, Pierre Bourdieu und Thomas Kuhn, da ihre Theorien eine gemeinsame Grundlage für eine interdisziplinäre Verknüpfung von Ökonomie sowie Sozial- und Bildungswissenschaften bieten. In diesem Sinne wird zunächst das traditionelle Rationalitätsparadigma anhand Arrows Ansatz, ökonomisches Verhalten durch verinnerlichte Handlungsmuster (Habits) zu erklären, zurückgewiesen, um sodann mit Deweys Philosophie der education sowohl die Stabilität und langfristige Prägung von Habits, als auch ihre umweltbedingten Anpassungsleistungen zu betonen. Im Anschluss wird Deweys Perspektive auf Habits mit Bourdieus Habituskonzept in Bezug gesetzt. Während für spezifische Situationen jeweils spezifische habits vorliegen oder gegebenenfalls neu kreiert werden, rekurrieren all diese Habits eine Ebene tiefer auf einen gemeinsamen Habitus. Der Habitus ist somit der Ort, an dem die Stränge der einzelnen Habits zusammenlaufen. Zum Abschluss des Kapitels werden kommensurable Verbindungslinien zwischen Bourdieu und Kuhn ausgemacht. Dabei wird diskutiert, wie wissenschaftliche und soziale Rahmenbedingungen unsere Wahrnehmung und Denkweise strukturieren und dergestalt Paradigmenwechsel in Wissenschaft und Praxis sowohl ermöglichen, als auch verunmöglichen. Movens wie Effekt dieser Reflexionen ist es, aufzuzeigen, inwieweit Handlungen von Tradern aufgrund ihrer habituellen Einbettung als ein Zusammenspiel zwischen der a-reflexiven und der reflexiven Seite des Selbsts zu begreifen ist.