Der Film Mandingo (1975, R.: Richard Fleischer) entsteht im Mainstream-Kontext und bedient sein Publikum auf den ersten Blick vor allem durch explizite Darstellungen von „interracial“ Sex und Gewalt, an die es durch Lockerungen im US-amerikanischen Rating-System und die Rezeption von Blaxploitation-Filmen bereits gewöhnt war. Mandingo bricht allerdings mit den Regeln des Plantagen-Melodrams, dem er formal zuzuordnen wäre und zeigt keine überdeterminierte Version von Blackness, wie sie sich in Blaxploitation-Filmen finden. Seine subversive Intervention manifestiert sich dort, wo der Film Komplexität erzeugt, statt Klarheit zu behaupten. Anstatt die Ideologie des Sklaverei-Systems als historischen Fehltritt zu kritisieren, installiert und instandgehalten von sadistischen Sklavenhaltern, die ihre Motivation aus einem genuinen Hass schwarzen Menschen gegenüber beziehen, zeigt Mandingo die brutale Alltäglichkeit des Systems, in all seiner Widersprüchlichkeit und unterstreicht die Relevanz ökonomischer Interessen, als Grundlage für die menschenverachtenden Praktiken des Sklaverei-Systems. Anstatt die Beziehungen zwischen Herren und Sklaven allein auf asymmetrische Machtverhältnisse zu reduzieren, verkompliziert Mandingo diese Beziehungen, indem er sie als interpendent darstellt.

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Kontaktzonen in Mandingo

  • Lisa Andergassen

摘要

Der Film Mandingo (1975, R.: Richard Fleischer) entsteht im Mainstream-Kontext und bedient sein Publikum auf den ersten Blick vor allem durch explizite Darstellungen von „interracial“ Sex und Gewalt, an die es durch Lockerungen im US-amerikanischen Rating-System und die Rezeption von Blaxploitation-Filmen bereits gewöhnt war. Mandingo bricht allerdings mit den Regeln des Plantagen-Melodrams, dem er formal zuzuordnen wäre und zeigt keine überdeterminierte Version von Blackness, wie sie sich in Blaxploitation-Filmen finden. Seine subversive Intervention manifestiert sich dort, wo der Film Komplexität erzeugt, statt Klarheit zu behaupten. Anstatt die Ideologie des Sklaverei-Systems als historischen Fehltritt zu kritisieren, installiert und instandgehalten von sadistischen Sklavenhaltern, die ihre Motivation aus einem genuinen Hass schwarzen Menschen gegenüber beziehen, zeigt Mandingo die brutale Alltäglichkeit des Systems, in all seiner Widersprüchlichkeit und unterstreicht die Relevanz ökonomischer Interessen, als Grundlage für die menschenverachtenden Praktiken des Sklaverei-Systems. Anstatt die Beziehungen zwischen Herren und Sklaven allein auf asymmetrische Machtverhältnisse zu reduzieren, verkompliziert Mandingo diese Beziehungen, indem er sie als interpendent darstellt.