Wider den Vorrang des Subjekts
摘要
Ein jegliches Bedürfnis nach Theorie, und zwar gerade eines, das sich auf die so genannte „Kritische Theorie“ beruft, muss sich die Frage gefallen lassen, worauf es sich richtet und mit welcher Haltung es einhergeht – ob es zur Erkenntnis einer Sache geleitet, um als ein Moment in ihr zu verschwinden oder ob es sich borniert als abgesondertes Moment behauptet, indem es sich über die jeweiligen Gegenstände und Erfahrungen stellt, um über sie zu verfügen und die Welt gleichsam geistig zu kommandieren. Man kennt das aus der Geschichte der Linken und zu Genüge: Auf diese Weise werden die materialen Erkenntnisse und Begriffe einer Kritik, wie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Leo Löwenthal und andere sie formuliert haben, unvermeidlich zu einem Apparat fix und fertiger Kategorien und Merksätze verdinglicht, die auf die jeweiligen Gegenstände nur noch appliziert werden müssen. Schlimmer noch: Sie werden als Gebrauchsanweisungen gelesen, die sich vor die lebendige Erfahrung schieben anstatt diese zu erhellen.