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„Es findet sich immer ein Grieche überall auf der Welt…“ Die Potentiale des HSU/MU als transnationales, migrationspädagogisches Projekt in der Wahrnehmung von Eltern, Lehrenden und Kindern

  • Judith Purkarthofer,
  • Sofia Grigoriadou

摘要

Ansprüche an den HSU/MU bestehen vonseiten der Kinder und Eltern, vor allem in der erwarteten Passung zu individuellen Familiensprachpolitiken und der Unterstützung einer möglichst kohärenten mehrsprachigen Erziehung. Auf der anderen Seite wird der HSU/MU als Teil der Bildungslandschaft durch schulische, nationalstaatliche oder transnationale Abkommen geregelt und durch Lehrpläne gestaltet, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Die Lehrenden finden sich damit oft zwischen den Stühlen, zumal sie oft genug auch mit ihren Familien Teil der mehrsprachigen Gemeinschaften sind und sich daher in denselben Machtverhältnissen bewegen (müssen). In diesem Beitrag widmen wir uns der Frage, wie die vermeintliche Dichotomie zwischen sogenannten Herkunfts- und Ankunftsländern von Schüler*innen, Elternteilen und Lehrenden wahrgenommen wird, wie mit multiplen nationalen Zusammenhängen umgegangen wird und in welchen Momenten sich eine transnationale, migrationspädagogische Orientierung im aktuellen HSU/MU niederschlagen kann. Beispielhaft untersuchen wir unsere Frage am Griechisch-HSU in einer Stadt in Nordrhein-Westfalen. Aus den Erfahrungen von 40 Jahren geht hervor, dass die Sprecher*innen sich kaum an natio-ethno-kulturellen Achsen orientieren und ihre eigenen Mehrfachzugehörigkeiten selbstverständlich vertreten. Im Bereich der Institutionen zeigt sich die Schwierigkeit von Zuständigkeiten allerdings deutlich und ein gemeinsames Vorgehen über Staatsgrenzen hinweg erscheint fast unmöglich. Entsprechend leicht ist es anzunehmen, dass auch weitere Lebensrealitäten der Migrationsgesellschaft kaum im schulischen Alltag ankommen können.