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„Wir waren immer etwas Besonderes“ – Die Konzeption des HSU im Spiegel von Erfahrungsberichten von Schüler*innen

  • Melanie David-Erb

摘要

Der Herkunftssprachliche Unterricht (HSU) ist im Hinblick auf seine Konzeption als Schulfach eine Ausnahmeerscheinung: Er findet zwar in der Schule statt, seine Lehrkräfte sind aber nicht in jedem Bundesland staatlich finanziert, er wird in den meisten Fällen nicht benotet und hat nur an den wenigsten Standorten Versetzungsrelevanz. Das heißt, dass sich durch HSU kaum institutionalisiertes kulturelles Kapital (Bourdieu 1996) generieren lässt. Zugang hat ausschließlich die Gruppe derjenigen, die sich durch herkunftssprachliche Kompetenzen zu einer spezifischen Sprecher*innengemeinschaft konstituieren. Auch wenn der HSU dadurch eine Art Brückenfunktion einnimmt (Karakaşoğlu & Vogel 2020), mit dessen Hilfe Sprachen Eingang in die Schule finden, die in diversen sozialen und vor allem auch Bildungskontexten marginalisiert werden, reproduziert er durch seine exklusive Konstruktion Praktiken, die Sprachen und damit deren Sprecher*innen in gesellschaftliche Randbereiche positionieren.