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Auf dem Weg zur «Revolt of the Caring Classes»

  • Anna-Céline Sommerfeld

摘要

Vor dem Hintergrund zunehmender sozialer Spannungen und des Klimanotstands stellt dieser Beitrag die Frage, wie sich die Soziale Arbeit gesellschaftlich verortet und wie sie ihre Aufgabenstellung dementsprechend definiert. Die Arbeit von David Graeber, so das Argument, kann dabei wegweisende Impulse geben: Hervorgehoben werden hier insbesondere der Dialog mit sozialen Bewegungen als Bestandteil seiner Wissenschaft und seine Forderung, Care und Freiheit statt Produktion und Konsum ins Zentrum der Wirtschaft zu stellen. Auch die gegenwärtige Krise im Care-Bereich zeigt, dass eine solche bedürfnisorientierte Neuausrichtung notwendig und im Sinne aller ist – zumindest all jener, die auf Sorge angewiesen sind sowie derjenigen, die Sorge für ihre Mitmenschen und die mehr-als-menschliche Umwelt tragen. Anders gesagt: sie ist im Sinne der 99 %. Nach der Verortung von ‚Care‘ in Graebers Schaffen werden einige feministische Diskurse über Reproduktion und Sorge nachgezeichnet, auf die sich dieser Beitrag und auch Graebers Überlegungen stützen. Besonders herausgestellt werden soll, weshalb seine Vorstellung von Freiheit für sein Verständnis von Sorge so wichtig ist und welche politischen Implikationen daraus folgen. Diese werden anschließend im Dialog mit Sommerfelds Text zur alten bzw. neuen sozialen Frage (2021) (In einer überarbeiteten Version in diesem Band abgedruckt) diskutiert, wobei mögliche Impulse für die Soziale Arbeit umrissen und potenzielle Handlungsschritte hin zu einer «revol[u]t[ion] of the caring classes» aufgezeigt werden.