Die Umsetzung der Konzeption ‚Lesen durch Schreiben‘ im schriftsprachlichen Unterricht des ersten Schuljahres. Daten aus Lehrkräftefragebögen, Unterrichtstagebüchern und Unterrichtsvideos im Vergleich
摘要
Die umstrittene Konzeption ‚Lesen durch Schreiben‘ nach Jürgen Reichen spricht sich für einen schriftsprachlichen Unterricht aus, in dem Schüler:innen das Schreiben mit einer Anlauttabelle lernen, wobei weder orthografische Fehler korrigiert werden noch ein gesonderter Leselehrgang erfolgen soll. Es ist allerdings wenig dazu bekannt, wie stark sich Lehrpersonen tatsächlich an der Konzeption orientieren und wie sie den Unterricht konkret gestalten. Auf diese Fragen fokussiert der vorliegende Beitrag und zieht dazu Daten aus unterschiedlichen Quellen (Lehrkräftefragebogen, Unterrichtstagebücher und Unterrichtsvideos) heran. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar nur sehr wenige Lehrpersonen im ersten Schuljahr dem Ansatz ‚Lesen durch Schreiben‘ eine dominante Rolle zukommen lassen, dass die Konzeption aber für einige Lehrpersonen eine wichtige Rolle im Unterricht einnimmt. Die von den Lehrpersonen selbst eingeschätzte Bedeutsamkeit von ‚Lesen durch Schreiben‘ für ihren Unterricht weist viele erwartbare Zusammenhänge zur Unterrichtsgestaltung auf und auch die Angaben aus den unterschiedlichen Datenquellen validieren sich häufig wechselseitig.