Der Weg zu klimaneutralen Krankenhäusern – Erkenntnisse aus dem KliOL-Projekt am Universitätsklinikum Heidelberg
摘要
Der Gesundheitssektor verursacht 4,4 % der globalen Treibhausgas (THG)-Emissionen. Würde er in die Rangliste der Länder eingereiht, wäre er der fünftgrößte Verursacher von klimaschädlichen Emissionen. Vor diesem Hintergrund sind international bereits eine Reihe von politischen Vorgaben, Initiativen und Handlungsprogrammen entstanden. Für Deutschland bedeutet dies, dass im Zug der Klimaschutzstrategie bis 2045 auch Potenziale im Gesundheitswesen erschlossen werden müssen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Krankenhäuser. Ein Krankenhaus mit 600 Betten entspricht dem Energieverbrauch von 3000 Privathaushalten. Zudem finden eine Reihe von besonders klimaschädlichen Substanzen medizinisch Anwendung; Lieferketten reichen weit über den unmittelbaren lokalen Kontext hinaus. Obwohl um das Schlagwort „Green Hospital“ im internationalen und deutschen Kontext zunehmend Reporting-Standards und Reduzierungspläne entstehen, steckt deren Umsetzung erst in den Anfängen. Interessant ist vor diesem Hintergrund das Projekt „Klimaschutz in Kliniken durch Optimierung der Lieferketten“ (KliOL) am Universitätsklinikum Heidelberg. Das Projekt zielt darauf ab, eine umfassende Treibhausgas (THG) -Bilanz zu erstellen und Maßnahmen zur Verbesserung derselben zu entwickeln, zu implementieren und zu evaluieren. In diesem Beitrag des Herausgeberbandes werden die spezifischen Umstände und Herausforderungen von Klimaschutzmaßnahmen im Gesundheitswesen aufgezeigt. Außerdem werden anhand des KliOL-Projektes und weiterer Fallbeispiele mögliche Klimaschutzmaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen aufgezeigt.