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Technologien der Personenbewertung im organisierten Kinderschutz

  • Stephan Dahmen

摘要

Der Beitrag knüpft an aktuelle Debatten der Soziologie der Bewertung an, indem er sich der Rolle von Artefakten und Dokumenten für die transsituative Verkettung von personenbezogenen Bewertungsprozessen widmet. Auf der Grundlage einer empirischen Studie zur Verwendung von Risikoeinschätzungs- und Dokumentationsbögen im organisierten Kinderschutz zeigt der Beitrag, dass diese Bewertungspraktiken über verschiedene Sites hinweg koordinieren und deren Gleichförmigkeit und transsituative Stabilität ermöglichen. Als „artifacts that organize“ (Ribes et al. 2013) funktionieren Dokumente als Scharnier zwischen situierten Praktiken und extra-lokalen Ordnungen und sind somit zentrales Vehikel für die synchrone und diachrone Anleitung von organisatorischen Praktiken. Die Erforschung der Gebrauchslogiken dieser Instrumente zeigt, dass die in den Instrumenten angelegte administrativ-bürokratische Kategorisierung von Personen in Spannung zu anderen Bewertungsrationalitäten steht, welche sich stärker an den Anforderungen der interaktionsgesättigten, ko-produktiven Anteile von personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen orientieren. Somit führt nicht zuletzt der Umstand, dass es sich bei dem zu bewertenden Gegenstand um Personen handelt, dazu, dass standardisierte Bewertungsinstrumente vielfach situationsbezogen (re-)interpretiert und mit einer Vielzahl anderer organisatorischer Anforderungen koordiniert werden müssen.