Im Visuellen verstehen. Zur recherchebasierten Gestaltung
摘要
Visuell basierte Forschung ist seit dem iconic turn vielfach diskutiert, nicht zuletzt in den Diskursen zur Designforschung. Über die disegno-Debatten des 15. bis 17. Jahrhunderts wird neben einem natur- und ingenieurwissenschaftlichem ein kulturwissenschaftlich-philosophischer Zugang zum Visuellen aufgezeigt. Diesem wird mittels dreier typografischer Bücher – Nicola Reiters Positio, Jakob Kirchs Platz ist wo’s hinkommt sowie Katrin Erthels und Tabea Nixdorffs Kino Buch – nachgegangen. In einer genauen Sichtung wird die Bedeutung von Materialität, Mimesis und Montage für eine gestalterische Praxis geklärt, die einerseits recherchierend-archivarisch basiert ist und deren Ergebnisse gleichzeitig Studien- und Archivcharakter annehmen. Die Untersuchung dieser Praxis mündet in einer Unterscheidung von Visualisierungspraktiken und bildbewussten Rechercheformen und stellt zugleich gängige Abgrenzungsstrategien im Designforschungsdiskurs infrage. Sie legt somit einen Zugang zur Designforschung, der von Gestaltungshandlungen lernt.