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Designethnografie: Lebens- und Sterbewelten erkunden und gestalten

  • Francis Müller

摘要

Design setzt nie an einem Nullpunkt an. Es ist „nie Schöpfung aus dem Nichts“ (Latour. „Ein vorsichtiger Prometheus? Einige Schritte hin zu einer Philosophie des Designs, unter besonderer Berücksichtigung von Peter Sloterdijk.“ In on Marc J, van Tuinen S, Hemelsoet K (eds) Die Vermessung des Ungeheuren. Philosophie nach Peter Sloterdijk. Wilhelm Fink Verlag, München, 356–373, 2009, 361), sondern es setzt immer etwas voraus. Design geht von Problemen aus, die gelöst, von Umwelten, die anders gestaltet und von Interaktionen, die neu konfiguriert werden – und dies zunehmend auch in Pflege- und Gesundheitsinstitutionen, wo Design aufgrund soziodemografischer Entwicklungen wie der gesellschaftlichen Alterung neue Potenziale hat (Die Fachrichtung Trends & Identity an der Zürcher Hochschule der Künste hat deshalb den Forschungsschwerpunkt Care Futures lanciert: https://trendsandidentity.zhdk.ch/forschung/schwerpunkte/ (14. Februar 2024).). Design ist eine suchende Disziplin. Deshalb sind Designprozesse besonders in der Anfangsphase häufig offen und explorativ. Zugleich ist Design eine pragmatische Disziplin, da es immer eine Intention verfolgt: Design möchte umgestalten und verändern. Es ist eine Disziplin des Wandels (vgl. Suchman. Annu Rev Anthropol 40:1–18, 2011, 3). Ein Designprojekt ist folglich nie selbstreferenziell. Es hat immer Referenzen in sozialen Lebenswelten. Dieser Artikel möchte die Designethnografie als Methodologie vorschlagen, um solche sozialen Lebenswelten zu erkunden – und zeigt dies am Beispiel einer designethnografischen Studie über „Sterbesettings“, also institutionalisierte und gestaltete Kontexte, in denen Menschen mit unheilbaren Krankheiten ihre letzte Lebenszeit verbringen.