Die Entwicklung demokratischen Handelns als Interessenwahrnehmung und Interessenaushandlung in gemischten Wohngebieten
摘要
Die Annahme, dass das Wohnumfeld unser Verhalten und somit unsere demokratische Disposition beeinflusst, ist unmittelbar plausibel und in Fachkreisen weit verbreitet. Alexander Mitscherlich hat sie in seiner streckenweise erschreckend aktuell klingenden Streitschrift über die Unwirtlichkeit unserer Städte 1965 so formuliert: „Man pferche den Angestellten hinter den uniformierten Glasfassaden der Hochhäuser dann auch noch in die uniformierte Monotonie der Wohnblocks und man hat einen Zustand geschaffen, der jede Planung für eine demokratische Freiheit illusorisch macht. Denn sie ist nirgendwo mehr erfahrbar.“ Stattdessen fordert er in der Gestaltung der Städte die „Kühnheit des Versuchs“ und „Fantasie an der Gestaltung der Gruppenbeziehungen“ (vgl. Mitscherlich 1965, 41).