Zu den Reisen einer Methode
摘要
Die deutschsprachige qualitative Methodenlandschaft weist eigene enge historische wie gegenwärtige Verwobenheiten mit der US-amerikanischen auf. Während Zugänge, wie die Forschungsprogrammatik der Grounded-Theory-Methodologie u. a. in transatlantischen Arbeitsbeziehungen weiterentwickelt und verbreitet wurden, haben Vertreter_innen der sich ausdifferenzierenden Ethnografielandschaften auf beiden Seiten des Atlantiks wenig Notiz voneinander genommen. Der Beitrag beschäftigt sich zunächst mit diesen (Nicht-)Rezeptionswegen zwischen den transatlantischen qualitativen Forschungskulturen. Daraufhin wird ein spezifisches Artefakt US-soziologischer Wissensproduktion fokussiert, für das es hierzulande kein Äquivalent gibt: das Format des ethnografischen Bestellers. Entlang der Analyse der textuellen Konstruktionserfordernisse dieses Genres werden die spezifischen epistemologischen Hintergründe soziologischer US-Ethnografie und die damit verbundenen disziplinären Selbstverständnisse aufgezeigt.