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Kinderfernsehen so white? Eine Analyse des internationalen Fernseh- und Streamingangebots in Deutschland für Kinder und Jugendliche

  • Juliane Wegner

摘要

Das Fernseh- und Streamingangebot erfuhr im Pandemiejahr 2020 als intensiver und zum Teil erweiterter Zeitvertreib für Kinder und Jugendliche eine besondere Bedeutung. Die Inhalte und Figuren auf dem Bildschirm dienen jungen Menschen als Projektionsfläche und unterstützen ihre identitätsbildenden Prozesse sowie ihre emotionalen und psychischen Grundbedürfnisse (insbesondere in Krisenzeiten). Doch Diversität bezüglich Geschlecht, Ethnie und Klasse ist in fiktionalen Formaten bislang kaum gegeben. Als Hoffnungsschimmer gelten in diesem Bereich insbesondere Streamingportale wie Netflix. Ihnen wird ein hoher Grad an Diversität zugeschrieben. Im vorliegenden Beitrag soll daher das in Deutschland ausgestrahlte Kinderfernsehen (Kika, Super RTL, Nickelodeon, Disney Channel) aus dem Jahr 2020 und das Kinder- und Jugendangebot von Streamingservicen (Netflix, Amazon Prime, Disney+) analysiert und miteinander verglichen werden. Mittels einer repräsentativen Stichprobe (Kinderfernsehen) sowie einer Vollerhebung (Streaming) werden die fiktionalen Inhalte mit ihren Protagonist*innen systematisch auf Diversitätsvariablen hin untersucht. Es zeigt sich, dass das lineare Kinderfernsehen trotz einzelner Verbesserungen immer noch wenig divers ist (wie in Vorgängerstudien festgestellt), wohingegen Streaminginhalte sich tatsächlich deutlich vielfältiger präsentieren.