Für Kinder des Bildungsbürgertums: KiKA, Klasse und das semiopragmatische Modell
摘要
Kinder sind die Gesellschaft von morgen. Daher ist von Bedeutung, mit welchen Entwürfen von Welt sie heute konfrontiert werden. Über das Rezipieren von audiovisuellen Inhalten, wie etwa Reportagen, Dokumentationen oder auch Reality-TV-Formaten, machen sie Alltagserfahrungen, erhalten Vorbilder für Verhaltensnormen und finden Orientierung. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit der eigenen sozio-kulturellen Zugehörigkeit. Denn auch gesellschaftliche Klassen werden medial konstruiert. Im Beitrag wird aufgezeigt, wie durch die (Re-)Präsentation von Klassenzugehörigkeiten im Fernsehen den Kindern vor den Bildschirmen Einblicke in eine scheinbare Wirklichkeit eröffnet werden. Als Grundlage dienen ausgewählte Formate des KiKA, des Kindersenders von ARD und ZDF. Um die Analysen der medialen Texte mit den Rezeptions- und Entstehungskontexten gewinnbringend zu verbinden, wird auf das semiopragmatische Modell nach Roger Odin (2019) zurückgegriffen. Herauszufinden ist, welches Publikum das KiKA-Programm anspricht und ob der Sender (unbeabsichtigt) zur Verfestigung von Klassengesellschaften beiträgt.