Über Grenzen und Abgrenzung: Zur Rezeption von Latina/o-Charakteren in US-amerikanischen Krimi- und Thrillerserien durch mexikanische Studierende der oberen Mittelschicht
摘要
Obwohl Latina/os mit 62 Mio. Einwohner*innen eine der größten Minderheiten in den USA darstellen, ist ihre Repräsentation im US-amerikanischen Fernsehen wenig untersucht. Obgleich sie häufig in stereotypen Rollen als illegale Arbeiter*innen, kleinkriminelle Drogendealer*innen und Kartellbosse in Krimiserien und Gangsterfilmen zu sehen sind, zwischen den beiden extremen Enden des Klassenzugehörigkeitsspektrums, wird ihnen auch im Kontext von Forschungen zur Repräsentation von Klasse im US-amerikanischen Fernsehen nur wenig Aufmerksamkeit zuteil. Der folgende Beitrag gibt zunächst einen Überblick über die oftmals stereotype Darstellung von Latina/o-Charakteren in US-amerikanischen crime procedurals wie Bones, CSI: Miami, und Law & Order: SVU sowie in Quality-TV-Serien wie Breaking Bad. Im Anschluss wird der Frage nachgegangen, wie Studierende der oberen Mittelschicht im lateinamerikanischen Ausland (im Besonderen in Mexiko) diese Bilder rezipieren. Die Auswertung von sechs Gruppeninterviews lässt erkennen, dass die Diskrepanz zwischen den Klassenzugehörigkeiten der Latina/o-Charaktere in den jeweiligen Fernsehserien und denen der Studierenden zu einer weniger kritischen Rezeption der negativen Stereotype führte – und teilweise in den Interviews sogar zu einer Verstärkung.