Zukunft im Mit-hören/The Future as Listening With
摘要
In den folgenden Überlegungen wird Zuhören als zentraler konzeptioneller und methodologischer Schwerpunkt für eine zukünftige Bildung erläutert. Zukünftige Bildung entwickelt sich dabei aus einer relationalen Sensibilität und einer kosmopolitischen Logik des Klangs. Beim Zuhören handelt es sich nicht um ein Zuhören zu, sondern um ein Zuhören mit. Es generiert somit ein Hören mit allen menschlichen und mehr-als-menschlichen Körpern: Eine verkörperte, reziproke und verwickelte Perspektive, die im Gegensatz zu einer hegemonialen, visuellen Literalität steht, die das Semantische, das Benennbare und taxonomisch Wissbare betont. Das Hauptargument besteht darin, dass die verkörperte Logik des Klangs Distanz verwischt und somit den Rückgriff auf Objektivität als Qualifikator einer lesbaren Welt aufhebt. Stattdessen besteht Zuhören auf den Wert von Nähe. Diese Nähen sind plural und kontingent und definieren die Verbindung einer gemeinsamen, zukünftigenden Welt. In einem solchermaßen kosmopolitischen Zuhören realisiert sich eine Bildung reziproker Verbindungen, aus der eine Bildungsethik und eine zukünftige Pädagogik hervorgeht, die durch ihre „sensationelle“, pluralistische und verkörperte Natur (kosmo)politisch ist.