Authentizität und moralisches Gewissen
摘要
Nach einleitenden Diskussionen zum Thema Macht und der Möglichkeit, daraus Ansatzpunkte für eine Führungsethik abzuleiten, sind wir über eher deskriptive Ansätze beim Thema Führungsentwicklung angelangt. Wie relevant ist die Entwicklung, die eine Person als Individuum, aber auch als Führungsperson durchlaufen hat, für die moralische Qualität ihrer Führungspraxis? Gibt es einen allgemeinen Zusammenhang zwischen Führungsentwicklung und Führungsethik? Die zeitgenössische Leadership‐Literatur behandelt diese Fragen; insbesondere die Theorie der authentischen Führung stellt ausdrücklich einen Zusammenhang zwischen Führungsentwicklung und Führungsethik her, der für sie dann eine Basis für konkrete Praxisempfehlungen abgibt. Im vorliegenden Kapitel soll nun diese Theorie vorgestellt und mit Blick auf die Themen und Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel erläutert werden. Neben der für die Grundlagen entscheidende Analyse von Machtmissbrauch durch Führungspersonen spielen hier auch Fragen nach der Rolle psychodynamischer Faktoren und nach einem Begriff zwischenmenschlicher Solidarität als Basis für Ethik mit, um den roten Faden der gegenwärtigen Diskussion zu konturieren. Es wird sich, so das Ziel dieses Kapitels, zeigen, dass diese drei Schlaglichter und der durch sie gebildete rote Faden hilfreich sind, um den Begriff der Authentizität im Kontext von Führung zu schärfen und als Baustein für eine Führungsethik weiterzuentwickeln.