Auf der Suche nach Anerkennung. Hybride Formen von Vergemeinschaftung und Widerstand in marginalisierten großfamiliären Strukturen als Anknüpfungspunkte für soziale Inklusion und Brückenbau
摘要
Ausgangspunkt des Beitrags sind globalisierungsbedingte hybride Formen vergemeinschaftender Strukturbildung sowie individueller und kollektiver Identitätsentwicklung unter in Deutschland aufgewachsenen jungen Menschen aus bereits seit einigen Jahren als „kriminelle Clans“ stigmatisierten Familien mit libanesischer Einwanderungsgeschichte und aus marginalisierten bulgarischen bzw. rumänischen Migrant*innenfamilien, die als Romn*ja abgestempelt werden. Es erfolgt aus interdisziplinärer und multiprofessioneller Perspektive eine analytische Einordnung von abweichendem (ordnungswidrigen bzw. strafbewehrten Verhalten) junger Männer aus solchen Familien – als Ausdruck einer ‚unpassenden‘ Suche nach sozialer Anerkennung und neuen Selbstwirksamkeitserfahrungen – in Anlehnung an historisch erfolgreiche Formen jugendkulturellen Widerstandes gegen herrschende Normalitätserwartungen sowie der Verstärkung dieser Praxis durch historisch und aktuell vermittelte Erfahrungen sozialer Exklusion. Als Ausblick wird auf die zentrale, durchaus ambivalente Bedeutung sprachlich-kultureller Brückenbauer*innen aus den Familien für eine nachhaltige Kriminalprävention eingegangen. Die theoretische Argumentation wird durch Beispiele aus der Praxis der Konfrontation der Betroffenen mit Ordnungskräften in Essen und Duisburg illustriert.