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Ein umstrittener Gegenstand im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und diskursiv verbreiteten Annahmen

  • Alexander Wollinger

摘要

Der Phänomenkomplex ‚Clankriminalität‘ ist spätestens seit 2018, nachdem mehrere, aufsehenerregende Ereignisse, Buchpublikationen und Medienberichterstattungen aufeinander gefolgt waren (s. u.), im massenmedialen und sicherheitspolitischen Diskurs (Görgen et al. 2022 , S. 9 ff.; Seidensticker und Werner 2021; Dangelmaier et al. 2021) omnipräsent und das Interesse hält, einigen Schwankungen unterlegen, an. Ähnliches gilt für eine offenbar hohe Einschätzung, einer von ‚Clankriminalität‘ ausgehenden Gefahr in der Bevölkerung. Kriminalpolitische und -strategische Maßnahmen, wie die Aufnahme des Themas ‚Clankriminalität‘ als kriminalpolitischen Schwerpunkt in den Koalitionsvertrag der 17. Landesregierung Nordrhein-Westfalens oder die regelmäßige Durchführung überbehördlicher Verbundeinsätze der Polizei Berlin, stehen in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der massenmedialen Allgegenwärtigkeit des Phänomenkomplexes. Dies lässt die Vermutung zu, dass u. a. der, durch den massenmedialen Diskurs wirkende, gesellschaftliche Druck zu einer Hochpolitisierung des Phänomenkomplexes und damit zur Implementierung dieser Maßnahmen geführt haben könnte.