Die in der europäischen Philosophie schon im Mittelalter einsetzende Transformation des Seinsverständnisses zielte auf eine grundlegende Veränderung der begrifflichen Bestimmung: Das Verständnis von ‚Sein‘, bis dahin als ‚esse‘ begriffen, reduzierte sich in der Neuzeit mehr und mehr auf ein Daseinsverständnis, das sich schließlich im ‚exsistere‘ erschöpft. Damit ergeben sich weitreichende Folgen für den Naturbegriff, der in der Geschichte des Denkens einen grundlegenden Wandel erfährt. Der folgende Beitrag versucht, Konturen dieses Wandels bis hin zum zeitgenössischen Begriffsverständnis nachzuzeichnen.

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Physis als Norm? Natur: zwischen ‚esse‘ und ‚exsistere‘ – vorgegebener Seinsbestimmung und aufgegebener Selbstermächtigung

  • Christoph Böhr

摘要

Die in der europäischen Philosophie schon im Mittelalter einsetzende Transformation des Seinsverständnisses zielte auf eine grundlegende Veränderung der begrifflichen Bestimmung: Das Verständnis von ‚Sein‘, bis dahin als ‚esse‘ begriffen, reduzierte sich in der Neuzeit mehr und mehr auf ein Daseinsverständnis, das sich schließlich im ‚exsistere‘ erschöpft. Damit ergeben sich weitreichende Folgen für den Naturbegriff, der in der Geschichte des Denkens einen grundlegenden Wandel erfährt. Der folgende Beitrag versucht, Konturen dieses Wandels bis hin zum zeitgenössischen Begriffsverständnis nachzuzeichnen.