Vertrauen im Klassenzimmer
摘要
Vertrauen ist ein jedem Menschen wohlbekanntes und alltäglich erfahrbares Phänomen, dennoch ist die Frage nach dem Kern, dem Wesen des Vertrauens wissenschaftlich nicht leicht zu beantworten. Konsens besteht allerdings dahingehend, dass Vertrauen eine soziale und personale Ressource darstellt und sich positiv auf das Gelingen zwischenmenschlicher Interaktionen auswirkt. Aus psychologischer Perspektive lässt sich Vertrauen als Moderatorvariable sozialer Wahrnehmungs-, Informationsverarbeitungs- und Handlungsprozesse begreifen; über die vertrauensbasierte Regulation der reziproken Prozesse des Erlebens und Handelns werden zentrale Sicherheits- und Kontrollbedürfnisse befriedigt (s. zusammenfassend Schweer 2014a; Schweer et al. 2019). Dies gilt auch für pädagogische Beziehungen: Seit den Anfängen der Pädagogik hat es immer wieder Positionen gegeben, die Erziehung ohne Vertrauen als zum Scheitern verurteilt sehen. Gleichwohl finden sich, wenn auch selten, dennoch Auffassungen, die im Vertrauen ein Gefährdungspotenzial für die kindliche Autonomie sehen.