Alles eine Frage der Normativität? Journalistische Bürger:innendarstellungen unter demokratietheoretischen Gesichtspunkten
摘要
Seit einiger Zeit lässt sich in der politischen Kommunikationsforschung der Trend beobachten, dass einfache Bürger:innen als Akteur:innen in der Medienberichterstattung eine zunehmend größere Rolle spielen. Diese verstärkte Präsenz wird in wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Thema durchaus kritisch und kontrovers diskutiert. An dieser Stelle setzt der vorliegende Beitrag an und argumentiert auf Basis verschiedener demokratietheoretischer Modellierungen, dass eine normative Rahmung notwendig ist, um die Befunde zur Darstellung von Bürgermeinungen angemessen diskutieren zu können. Der Forschungsstand wird um die journalistische Perspektive erweitert, indem mittels qualitativer Interviews gezeigt wird, dass Journalist:innen die Einbindung einzelner Bürger:innen und ihrer Meinungen unabhängig von ihrem Demokratieverständnis als zentrales Element zur Informationsvermittlung ansehen.