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Medienethische Debatten im internationalen Kontext: De-Westernizing Media Accountability Studies

  • Susanne Fengler

摘要

Der nachfolgende Aufsatz knüpft an zahlreiche gemeinsame vergleichende Forschungsprojekte mit Matthias Karmasin an: Seit 2010 haben wir, beginnend mit dem EU-Projekt MediaAcT, in mehreren großen Studien das Thema Media Accountability im internationalen Vergleich immer weiter ausgeleuchtet – welches derzeit im Rahmen der Debatte um den European Media Freedom Act massiv an Bedeutung gewinnt. Für unseren 2022 gemeinsam herausgegebenen Band Global Handbook of Media Accountability konnten wir zuletzt Länderstudien aus 44 Staaten akquirieren und auswerten. Der hier folgende Text greift Schlüsselergebnisse aus dieser Studie heraus und fokussiert sich auf die Frage nach einem „De-Westernizing“ des Konzepts der Media Accountability, das ursprünglich im Kontext westlicher Demokratien entwickelt wurde. Globalisierungs-, Transformations- und Demokratisierungsprozesse haben jedoch auch in Ländern, die durch eine rigide Pressekontrolle gekennzeichnet waren (bzw. sind), Räume für Debatten über Medienselbstkontrolle und Medienverantwortung eröffnet. Zugleich sind Journalistinnen und Journalisten im Globalen Norden mit einem zunehmend medienfeindlichen politischen Umfeld konfrontiert. Auf der Grundlage von Desk Studies in 44 Ländern wird ein globales Modell für Media Accountability vorgeschlagen.