Zwischen Welle und Wiederholung. Paul Kammerers Das Gesetz der Serie
摘要
Der Biologe Paul Kammerer veröffentlicht 1919 eine umfangreiche Studie unter dem Titel Das Gesetz der Serie. Darin beschreibt er persönliche Beobachtungen im Alltag, Homologien von Natur und Kunst sowie wissenschaftliche Begründungen von Wiederholungen in der Mathematik, der Astronomie und zahlreichen anderen Disziplinen. Auf dieser Grundlage schlägt er eine Typologie der Serien im „Weltgeschehen“ unter dem Vorzeichen eines allgemeinen „Gesetzes der Serie“ vor, allerdings unter Auslassung der historischen Dimension. Im Folgenden sollen deshalb einige Aspekte dieses „Gesetzes“ in Zusammenhang mit seriellen Erzählformen erörtert werden, welche die Literatur und die audiovisuellen Medien seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kennzeichnen. Denn insofern sich die Utopien und Dystopien aus Feuilletonroman und Fernsehserie in einem Spannungsfeld zwischen Beharrung und Veränderung bewegen, zeugen sie von Fortschrittsgläubigkeit oder Technophobie.