Von Ritualisierung bis Nivellierung. Das Kontinuum der Wiederholung als praxeologische Kulturkritik in Thomas Manns Zauberberg
摘要
Das Ritual als Form eines komplexen Wiederholungshandelns exponiert Thomas Manns Roman Der Zauberberg (1924) am Beispiel der Deckenwurf-Technik im Rahmen der Liegekur des Berghof-Sanatoriums. Die narrativen Darstellungsweisen der gleichförmigen Praxis variieren im Zuge der ‚epischen Iteration‘. Der aufgezeigten Ritualisierung schließt sich eine Tendenz zur Nivellierung an. Daraus erwachsen Konsequenzen für das erzählte Kultur-Modell sowie für die betriebene Kulturkritik, welche die Zauberberg-Lektüre anhand der Reproduktionsvorgänge neuer Medientechnik diskutiert: zwischen dem sakralisierten Dienst am Grammophon und den Bildzyklen des frühen Kinos.