Produktive Verunsicherung als Anlass und Möglichkeit zur Hegemonieselbstkritik – Lehrende an Fachhochschulen im Kontext von Diversity und Intersektionalität
摘要
In Momenten produktiver Verunsicherung liegt das Potenzial für Veränderungen in der Hochschullehre. Auf der Basis einer Interviewstudie mit Fachhochschuldozierenden in der Deutschschweiz wird die Hegemonieselbstkritik fokussiert und mit den empirischen Befunden verknüpft. Die Hegemonieselbstkritik, ein Konzept zur Selbst- und Machtreflexion im Kontext von Diversity und Intersektionalität, eröffnet Perspektiven und hinterfragt die Vorstellung vom „Normstudenten“. Sie fördert den Dialog mit Studierenden, um Positionierungen und Prozesse des Othering zu hinterfragen und sich selbst im Wissen-Macht-Komplex zu verorten. Sie verbindet Affekte und Emotionen mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und ist damit ein wesentlicher Bestandteil von Diversity-Kompetenz. Weiterbildungsprogramme sollten diversitätsorientierte Inhalte in den Pflichtbereich aufnehmen, um die Weiterentwicklung der Lehrenden im Bereich Intersektionalität und Diversity zu unterstützen und die Hochschulbildung zu professionalisieren.