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Buddhistische Traditionen im Umgang mit imperfekten politischen Ordnungen

  • Carsten Krause

摘要

Auch wenn der historische Buddha vielfach als Reformer bezeichnet wurde, verband sich mit seiner Lehre ursprünglich kein politisches Reformprogramm. Jedoch haben alle buddhistischen Traditionen im Verlauf der Jahrhunderte mit staatlichen Einrichtungen interagiert und innerhalb der unterschiedlichsten politischen Systeme Einfluss auf Politik und Gesellschaft ausgeübt. Einer imperfekten politischen Ordnung gegenüber versuchte der Mönchsorden (Samgha) einerseits, die Autonomie seines eigenen buddhistischen Ordnungssystems zu bewahren. Andererseits passte er sich auch vielfach den säkularen Erfordernissen an. Politischen Ungehorsam und Widerstand leisteten Ordensvertreter und Laien in unterschiedlichster Weise. Durch die Begegnung mit dem Westen haben sich diverse Labels wie Humanistic Buddhism oder Engaged Buddhism herausgebildet, die sowohl kooperative als auch gesellschafts- und regimekritische Ausdrucksformen des Umgangs mit imperfekten politischen Ordnungen zutage fördern. Fraglich bleibt im Einzelnen, inwieweit buddhistische Revitalisierungs- bzw. Modernisierungsbemühungen das Ideal des historischen Buddha oder auch der Figur des Bodhisattva in politischer oder vielmehr in soteriologischer Hinsicht zum Vorbild nehmen.