Religion und Politik in der islamischen Welt
摘要
Der Beitrag warnt davor, den Islam als monolithischen Block zu sehen, und betont demgegenüber die Vielgestaltigkeit islamischer Wirklichkeit. Dennoch geht er davon aus, dass vier Grundbegriffe – Koran, das Vorbild des Propheten Mohammed, die Scharia und der Dschihad – in der innerislamischen Diskussion eine zentrale Rolle spielen, obwohl die einzelnen Gruppen mit Bezug auf dasselbe Vokabular recht unterschiedliche Konzepte vertreten. Islamizität und Praktikabilität sind dabei für alle Gruppen wichtige Kriterien für die politische Umsetzung, wobei lokale, regionale und globale Rahmenbedingungen gleichermaßen zu berücksichtigen sind und bewirken, dass Gesamttheorien nur bedingt als Erklärungen dienen, weil sie gerne dem Islam Spezifika zuordnen, die sich bei näherer Betrachtung eher als moderner Welttrend denn als rein islamisches Phänomen herausstellen. Da unter den muslimischen Jugendlichen die Bedeutung der Religion abzunehmen scheint, bleibt offen, was dies für das Verhältnis von Religion und Politik in der islamischen Welt der Zukunft bedeuten wird.