Suizid
摘要
Der Beitrag rekonstruiert die Problematisierung von Suizid. Dabei betont er eine sozialkonstruktivistische Perspektive, die hervorhebt, wie Wissen über den Suizid als soziales Problem und über die damit verknüpften Diskurspositionen erzeugt wird und wie dieses Wissen die Prävention, Stigmatisierungen und das Verständnis des Phänomens beeinflusst. Es werden zunächst zwei Perspektiven vorgestellt, aus denen heraus sich die Sozialwissenschaften mit dem Suizid als soziales Problem auseinandersetzen: eine erklärende und eine verstehende Sichtweise. Anschließend wird auf das semantische Feld des Suizids eingegangen. Ein Überblick über die sozialwissenschaftliche Debatte hebt daraufhin hervor, dass sich ausgehend von Durkheims Suizid-Studie eine normenorientierte, quantitative Perspektive etabliert hat. Aktuell zeichnen sich jedoch Tendenzen zu qualitativen Zugängen ab, die eine interpretative, auf das Individuum zentrierte Sicht stärken. Zudem beleuchtet der Beitrag die gesellschaftliche Entwicklung des Suiziddiskurses, bevor er abschließend auf aktuelle Herausforderungen der sozialwissenschaftlichen Suizidforschung eingeht.