Die emotionalen Grundlagen der Pädagogik: Erziehung als leidenschaftliches Verhältnis
摘要
Zum Nachdenken über das Pädagogische gehört in der Tradition der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft immer auch die Frage nach dessen affektiven Dimensionen. Diese ist, wie eingangs beschrieben, von einer Ambivalenz gekennzeichnet. Einerseits unterliegt dem pädagogischen Denken über Gefühle der Dualismus zwischen Affektivität und Rationalität, wobei der Vernunft nach Kant (1977a) Vorrang eingeräumt wird. Andererseits wird den Gefühlen im Denken der pädagogischen Klassiker hinsichtlich der Moralentwicklung, der Bestimmung der Beschaffenheit und des Ziels der pädagogischen Beziehung sowie in Bezug auf die Vorstellung, wie erzogen werden soll, eine zentrale Bedeutung gegeben. Dieses Kapitel skizziert die historische Bedeutsamkeit von Gefühlen für das pädagogische Denken insbesondere in Bezug auf die Begriffe der pädagogischen Liebe und des pädagogischen Taktes.