Macht und Machbarkeit: Innovationsarbeit in Organisationen als infrastrukturelle Praxis
摘要
Die Implementierung von Innovationen in den weiteren Kontext einer Organisation ist eine der komplexesten Aufgaben für Innovationsteams. Diese erfordert eine ständige Verhandlung zwischen dem Ziel oder dem gewünschten Effekt einer Innovation und den Eigenheiten und Limitierungen eines Unternehmens. Die Gestaltungsmacht verschiedener Stakeholder, beziehungsweise das Fehlen dieser Macht, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Um diese zentrale Herausforderung deutlicher zu machen, hilft der sozio-technologische Begriff der Infrastruktur als oft unsichtbare, aber entscheidende Schlüsselkomponente für den Erfolg von Innovation. Dieser Essay präsentiert ein Framework, das Innovationsarbeit als Zusammenspiel von Projekt, Infrastruktur, einschließlich physischer, organisatorischer, technologischer und finanzieller Aspekte, und organisatorischem Kontext betrachtet. Dabei wird verdeutlicht, dass Innovationsarbeit in Organisationen durch die gegenseitige Abhängigkeit dieser Ebenen gekennzeichnet ist. Die Analyse entlang einer Fallstudie aus der Innovationsarbeit innerhalb der Süddeutschen Zeitung zeigt auf, wie Veränderungen im Kontext den Gestaltungsraum von Infrastruktur beeinflussen und somit die Umsetzung von Innovationsprojekten maßgeblich prägen können. Der Artikel schließt mit praktischen Ansätzen für Innovationsteams wie „Stewardship“ als Form des opportunistischen Projektmanagements, sowie taktischen Maßnahmen wie die Konzeption trojanischen Pferdes ab, die eine flexible und anpassungsfähige Innovationsarbeit in Organisationen ermöglichen.