Bildungsprozess und Praxissymbol: Eine wissenschaftssoziologisch-bildungstheoretische Analyse des Manuskriptes „Scaping into His Study“ von Robert Boyle
摘要
Die Rekonstruktion der an die Biographie eines Forschers gebundenen Bildungsprozesse besitzt in der etablierten Wissenschaftsforschung keinen systematischen Stellenwert. Im Beitrag wird ein soziologisches Modell des Kerns von Wissenschaft entwickelt, das diesen in der Verknüpfung zweier Figuren der Reziprozität sieht: der sozialen Ermöglichung schöpferischen Handelns durch die Gewährung von Freiräumen und deren Füllung durch die des sich (mit anderen) für andere und in Werken kulminierenden Bildens. Die sich daraus ergebenden Besonderheiten biographischer Verläufe werden an der Bildungsbiographie Robert Boyles (1627-1691) exemplarisch aufgezeigt. Grundlage bildet die rekonstruktive Analyse biographischer Angaben in Kombination mit dem frühen Manuskript „Scaping into His Study“. Dabei wird die in der neueren Boyleforschung diskutierte Frage aufgegriffen, warum sich Boyle, der zunächst eine Karriere als moralphilosophischer Schriftsteller anvisierte, den Erfahrungswissenschaften zugewendet hat.