Zwischen destruktivem Fortschritt und inklusiver Menschengerechtigkeit: Zukunftsentwürfe als Zeitkritik und Kompass in Chiryō-tō von Ōe Kenzaburō (1935–2023)
摘要
Der Artikel analysiert den Roman „Chiryō-tō“ (Therapiestation, 1990) des japanischen Literaturnobelpreisträgers Ōe Kenzaburō im Hinblick auf seine zwei kontrastierenden Zukunftsentwürfe. Der erste zeigt eine technologiebasierte, exklusive Gesellschaft der „Erwählten“, der zweite eine inklusive Gemeinschaft der „Versager“. Anhand der Darstellung geistiger Behinderung – insbesondere durch die Figur des Hikari – kritisiert der Roman destruktive Fortschrittsnarrative und entwirft die Vision einer menschengerechteren Gesellschaft. Der Text wird dabei als zeitkritischer Kommentar zur japanischen Technikaffinität und als Plädoyer für mehr Inklusion gedeutet.