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Partizipation durch Kritik. Zur Funktion organisierter Kritik in der Moderne

  • Sebastian Manhart

摘要

Kritik dient der Partizipation an der Gesellschaft. In der Moderne werden die Kommunikation von Kritik und die Ausübung von Gewalt voneinander getrennt. Dies erfordert die praktische Differenzierung von Kritik und Wertekommunikation (Moral) sowie von Person und Individuum. Die Stabilisierung dieser Differenzierungen erlaubt es, in und durch Organisationen Kritik als Partizipation zu kultivieren. Mit der Ausbreitung digitaler Netzwerke entstehen neue Kommunikationsformen, deren subtile Organisation sich der Kritik entzieht. Kritik trifft auf digitale Strukturfortschreibung, deren Vorgaben nicht mehr auf personale Entscheidungen zugerechnet werden können. Das Fehlen von Adressierungsmöglichkeiten für Kritik befördert ein Gefühl von Hilflosigkeit, das durch polemische Überpersonalisierungen in Verschwörungstheorien ausagiert wird. Der Beitrag untersucht historisch-systematisch das Zusammenspiel von Kritik und Organisation. Kritik wird von Wertekommunikation und Gewalt unterschieden. In Organisationen erlaubt diese Differenzierung, Kritik und Macht produktiv miteinander zu verkoppeln, wie sich in der organisationspädagogischen Formung von Personen zeigt. Dieser für die Moderne konstitutive Steigerungszusammenhang von Organisation und Kritik wird mit der Digitalisierung selbst kritisch.