Johann Bernhard Basedows „Methodenbuch“ von 1770
摘要
Johann Bernhard Basedows Werke waren in ihrer Auswirkung auf die Gesellschaft nach Meinung von Vertretern der gegenwärtigen Bildungsforschung Wegbereiter einer freiheitlichen Moderne (vgl. Overhoff, Jürgen (2020): Johann Bernhard Basedow (1724–1790) – Aufklärer, Pädagoge, Menschenfreund. Wallstein-Verlag, Göttingen. Klappentext). Sein Name und sein Lebenswerk sind eng mit der Erforschung der Aufklärungsepoche verbunden, zu deren wichtigsten deutschen Vertretern er gezählt wird (so etwa bei Overhoff (2020): S. 7, aber auch mehrfach bei König (1960) und Wibranetz (1926)). Doch dieses positive Bild über den Philanthropisten wandelt sich, ebenso wie über die Aufklärungspädagogik insgesamt, mit dem Beginn der Suche des „Nationalen“ in Deutschland ab dem späten Ende des 18. Jahrhunderts. Der wechselseitige Zusammenhang zwischen genau jener fortschrittlichen Idee der Aufklärung und der Idee der Nationalerziehung steht im vordergründigen Interesse der Untersuchung von Basedows Wirken. Schließlich bezogen sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts noch unterschiedliche Protagonisten nationalpädagogischer Werke auf Basedow. Welche dem Philanthropin vorausgegangene Überlegungen in dessen „Methodenbuch“ von 1770 zu entnehmen sind und welche allerersten, wenn auch zaghaften Sichtweisen auf das Nationale diesem innewohnten, möchte die folgende Untersuchung näher ergründen.